Kai Weller spielt in seinen Werken mit Raum und Fläche. Er schafft Orte, die er gleichsam wieder „wegnimmt“. So malte er eine Reihe von Stühlen. Die Stühle schaffen einen Raum, den wir mit unserem Körper einnehmen können. Seine Bilder sind also ein Angebot: Wollen wir uns hier verorten? Das Angebot ist aber nicht von Dauer. Die Bilder bemühen sich nicht, den illusionären Bildraum aufrecht zu halten. Im Gegenteil: Man kann sie auch abstrakt lesen, sie verweigern jedwede träumerische Imagination und kippen in die Zweidimensionalität. Sie stellen ihre eigene Stofflichkeit als Bilder in den Vordergrund. Stets halten seine Werke die Ambivalenz zwischen Gegenstandsbezug und abstrakter Komposition bzw. eigener Stofflichkeit.

Diese, gewissermaßen Brechtsche, Strategie geht auf: Durch die Unterbrechung der Imagination tritt uns das Bild als Anderes Gegenüber. Damit geht Weller über den postmodernen Diskurs hinaus – man ahnt den Stachel des Seins hinter den Zeichen.

Dr. Adam Soboczynski, Juli 2009